Aktuelles & Termine

Grüner Knopf Summit 2025: Startschuss für die Weiterentwicklung des staatlichen Textilsiegels

Green Button Summit_Minister_Speech_3

 

“It’s not just a conference, it’s a community”. 

Diese Worte und ein Tag voller inspirierender Panels, wertvollen Impulsen und bereichernden Diskussionen prägten den Grüner Knopf Summit 2025 am 2. Dezember 2025. 

Vor über 100 Vertreter*innen aus der Textilindustrie, Produktionsländern, Zivilgesellschaft und Wissenschaft eröffnete die Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan den Summit in Berlin und gab damit offiziell den Auftakt zur Weiterentwicklung des Grünen Knopfs. Ziel ist es, den Grünen Knopf noch wirkungsvoller, internationaler und zukunftsfähiger in der textilen Landschaft zu verankern. „Der Grüne Knopf soll auch künftig das verlässliche Zeichen für nachhaltige Textilien bleiben.“, betonte die Ministerin und unterstrich damit das starke Committment des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit zu nachhaltigen Textillieferketten. 

Panel: Die Rolle von verantwortungsvollen Geschäftspraktiken für Lieferketten

Dieses Commitment prägte auch die erste Podiumsdiskussion. Gemeinsam mit der parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler diskutierten Allan Lerberg Jørgensen (Leiter des Zentrums für verantwortungsvolle Geschäftspraktiken bei der OECD, Archana Kotecha (Gründerin beim Remedy Project und ReAct Asia) und Mathias Diestelmann (Geschäftsführer bei Brands Fashion) über die zentrale Frage: Wie tragen verantwortungsvolle Geschäftspraktiken – und damit auch Siegel wie der Grüne Knopf – zu stabilen und zukunftsfähigen globalen Lieferketten bei?

Es war eine sehr belebte, vielschichtige Diskussion und trotz der unterschiedlichen Stakeholdergruppen und Interessen, waren sich alle Panelist*innen einig: 

  • Sorgfaltspflichten zu Menschenrechten und Umweltschutz sind zentrale Bausteine für nachhaltige Textillieferketten. Wer unternehmerische Verantwortung nur als Compliance begreift, gefährdet seine Reputation und geht finanzielle und rechtliche Risiken ein.
  • Verantwortungsvolles Handeln ist kein „nice to have“ und sollte auch nicht an Regulatorik gebunden sein. 
Green Button Summit_Panel_1

 

Stimmen aus dem Panel 

Dr. Bärbel Kofler: “It's more than the topic of due diligence. It's an issue of how we as people living in a democracy are addressing challenges. Are we going to fall back in our patterns where we are not willing to look on the root causes of challenges or are we trying to address challenges in a positive way?” 

Archana Kotecha: “We cannot allow ourselves to be guided only by profitability when real people are facing real risks. As we are speaking, Asia is still recovering from severe floods that have affected entire countries, communities, and industries. Whether we like it or not, these are harsh realities — and they require responsible action, not endless debate. We must not get caught up in the question of whether responsibility is profitable, when vulnerability and climate impacts are already shaping lives and livelihoods.”

Allan Lerberg Jørgensen: “Due diligence is a two-way street. It’s not just about me pushing requirements onto you – I also need to make sure that my business model is aligned with what I’m asking for. Initiatives like the Green Button play a crucial role in translating international due diligence standards into practice.”

Mathias Diestelmann: “Because as a human being we have one gift and this is talking to each other and hopefully also understanding each other. […] I am not saying that we can solve every problem, that for sure not, but we can at least listen and then take this into our considerations of how we can amend it.”

Der neue Beirat: Expertise für die Zukunft des Standards

Ein weiteres Highlight und ein zentraler Impulsgeber in der Weiterentwicklung des Grünen Knopfs bildete die Vorstellung des neuen unabhängigen, internationalen Beirats. Unter der Leitung des neuen Vorsitzes Michael Windfuhr (Deutsches Institut für Menschenrechte) werden Johanna von Stechow (Tchibo), Matthijs Crietee (Sustainable Terms for Trade Initiative), Dr. Sanchita Saxena (UC Berkeley, Silke Düwel-Rieth (WWF Deutschland) als Beirat das BMZ als Siegelgeber während der Revision fachlich beraten. 

Der Beirat vereint Expertise aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Menschenrechte und Umweltschutz – ein echter Mehrwert für die Weiterentwicklung des Standards.

 

Green Button Summit_Standards Committee_2


Stimmen aus dem Beirat:

Johanna von Stechow: “The first advantage of implementing the Green Button was having the internal knowledge about due diligence and also the responsibility about due diligence was extended from our corporate responsibility department to other departments and that still until today helps me with my daily work.” 

Dr. Sanchita Saxena: “I think we've often been guilty of a one-size-fits-all solution. That's not reality. There's a wealth of information in communities throughout the Global South. They are actually the closest to what is happening. So, if we actually tap into their expertise, their knowledge, we'd be surprised at the kinds of solutions that can actually emerge from those conversations.”

Azizullah Goheer (stellvertretend für Matthijs Crietee): “There should be a win-win situation and shared responsibility — not only for the risks, but also for the rewards — so that we can create a better environment and enable further investment on both sides.”

Silke Düwel-Rieth: “It’s important that there is the connection between the environmental due diligence and the human rights due diligence because having a nature where people can also live in and where life feels good is also very strongly connected.” 

Michael Windfuhr: “The revision of the Green Button Standard was and is a learning process which hopefully has increased a lot in the sector.”

Ein Blick in die Revision

In ihrem fachlichen Input gaben Abteilungsleiterin Dr. Ariane Hildebrandt und Referatsleiterin Lucia de Carlo, erste Einblicke in die kommenden Schwerpunkte der Weiterentwicklung: 

  • Stärkere Einbindung von Umwelt- und Klimaschutzthemen (insbesondere Kreislaufwirtschaft)
  • Ausrichtung an internationalen Rahmenwerken und Richtlinien, wie z.B. OECD Guidance for responsible business conduct, EU-Gesetzgebung und ISEAL Code of Good Practice
  • Internationalisierung des Grünen Knopfs durch stärkere Zusammenarbeit mit internationalen Unternehmen und Produktionsländern
  • Mehr Wirkung, Vereinfachung und Praxisnähe für Unternehmen durch einen schlanken und übersichtlichen Standard für eine effizientere und wirkungsvolle Umsetzung 
Green Button Summit_Kick off and Q&A Revision

 

Wie geht es weiter?

Mit dem Summit beginnt nun offiziell der Revisionsprozess und im nächsten Jahr die öffentliche Konsultationsphase. Unternehmen, Produzenten, Arbeiter*innen, Verbraucher*innen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sind eingeladen, ihre Wünsche und Interessen einzubringen. Die Revision soll Ende 2026 abgeschlossen werden.
Die Veröffentlichung des neuen Grüner-Knopf-Standards ist für 2027 geplant.

Weitere Informationen:
 https://gruener-knopf.de/weiterentwicklung
 https://gruener-knopf.de/beirat

Fotos ©Julia Merkel