Webinar-Rückblick: Der Grüne Knopf im Austausch mit der Europäischen Kommission
Am 21. Mai 2025 hat die Europäische Kommission zu einem Webinar eingeladen, um mehr über den Grünen Knopf zu erfahren. Das Thema lautete: „Enhancing Human Rights and Environmental Due Diligence in the Textile Sector: Insights from Germany's Green Button Certification.“ Rund 25 Mitarbeitende aus verschiedenen Abteilungen der EU-Kommission waren dabei. Ziel war es, ins Gespräch zu kommen und besser zu verstehen, wie der Grüne Knopf Unternehmen dabei unterstützen kann, gesetzliche und freiwillige Sorgfaltspflichten umzusetzen.
Warum der Grüne Knopf auch für die EU von Interesse ist
Zum Auftakt begrüßte Bart Castermans von der Generaldirektion Handel (DG TRADE) die Teilnehmenden. Er erklärte, dass sich die EU intensiv mit der Frage beschäftigt, wie Sorgfaltspflichten effizient umgesetzt werden können und welchen Beitrag Zertifizierungen wie der Grüne Knopf dabei leisten können.
Julia Schmidt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) berichtete, dass das BMZ den Grünen Knopf im Jahr 2019 als Reaktion auf die Missstände in der Textilindustrie ins Leben gerufen hat. Heute sieht das Ministerium das Siegel als relevantes Instrument für die Umsetzung von freiwilligen und gesetzlichen Anforderungen an Unternehmensverantwortung.
Der Grüne Knopf: Ein praxisnahes Siegel zur Umsetzung von Sorgfaltspflichten
Christine Moser-Priewich, Leiterin der Geschäftsstelle Grüner Knopf, stellte das staatliche Siegel im Detail vor. Sie erklärte, wie der Grüne Knopf Unternehmen unterstützt, menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten in globalen Lieferketten systematisch anzugehen. Besonders betonte sie, dass der Grüne Knopf auch international Unternehmen darin unterstützen kann, Verantwortung entlang der textilen Lieferkette wahrzunehmen.
BAFA: Grüner-Knopf-lizenzierte Unternehmen sind besser vorbereitet
Florian Woitek-Kießling vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) teilte seine Erfahrungen aus der Praxis. Demnach sind Unternehmen, die Grüner-Knopf-lizenziert sind, deutlich besser auf die Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) vorbereitet. Auch bei Audits zeige sich, dass diese Unternehmen Informationen schneller und strukturierter bereitstellen können. Das BAFA schätzt außerdem, dass der Grüne Knopf nicht nur an nationale Vorgaben, sondern auch an internationale Standards der Sorgfaltspflicht anknüpft.
Einblicke aus der Praxis von Tchibo und Brands Fashion
Was bringt der Grüne Knopf in der täglichen Arbeit? Tianne Groeneveld (Head of Human Rights, Tchibo) und Rabea Schafrick (Lead Sustainability, Brands Fashion) berichteten aus eigener Erfahrung: Der Grüne Knopf hat ihnen geholfen, interne Abläufe – etwa im Umwelt- und Sozialmanagement – zu verbessern und vieles systematischer anzugehen. Beide betonten auch, dass sie dank des Grünen Knopfs gut auf gesetzliche Anforderungen wie das LkSG und die CSDDD vorbereitet sind. Gleichzeitig bietet das Siegel ihnen einen Vorteil gegenüber Kund*innen: Es kommuniziert nach außen, dass sie Verantwortung übernehmen. Ein weiterer Bonus ist der regelmäßige Austausch mit anderen Unternehmen der Grüner-Knopf-Community.
Offene Fragerunde zum Abschluss
Zum Schluss konnten die Teilnehmenden Fragen stellen. Dabei wurde deutlich, dass sich viele dafür interessierten, ob sich Sorgfaltspflichten wirtschaftlich lohnen, wie Unternehmen ohne direkten Kundenkontakt profitieren können oder welche Rolle das Thema Recycling künftig im Grünen Knopf spielen wird. Die Antworten zeigten: Sorgfaltspflichten kosten zwar Zeit und Geld, bringen aber langfristig Vorteile – etwa durch besseres Risikomanagement oder gestärktes Vertrauen bei Kund*innen.
Fazit: Der Grüne Knopf als praxisnahes Unterstützungsinstrument
Der Austausch zeigte erneut: Der Grüne Knopf ist ein wertvolles Instrument, um menschenrechtliche und ökologische Verantwortung in der Textilbranche umzusetzen. Er unterstützt Unternehmen dabei, gesetzliche und freiwillige Anforderungen — national wie international — strukturiert anzugehen. Besonders wertvoll ist dabei auch das aktive Netzwerk der Grüner-Knopf-Community, in dem Unternehmen voneinander lernen und gemeinsam an Lösungen arbeiten können.
