Der Beirat

Weiterentwicklung ist beim Grünen Knopf Programm. In regelmäßigen Abständen werden die Kriterien des Siegels überarbeitet. Dabei stehen unabhängige Expert'*innen dem Grünen Knopf beratend zur Seite.

Der Beirat des Grünen Knopfs

Ein unabhängiges Gremium

Im Dezember 2025 wurde ein neuer unabhängiger Beirat einberufen. Seine wichtige Aufgabe: Er berät den Siegelgeber, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bei der Weiterentwicklung des staatlichen Textilsiegels.

Der Beirat wird in wichtigen Fragestellungen der Weiterentwicklung eingebunden, darüber informiert und um Rat gefragt. Dazu finden Beiratssitzungen statt. 

Geschäftsordnung 2025 - Beirat Size: 265 KB

Downloaden Sie die aktuelle Geschäftsordnung des Beirats hier. 

Perspektiven der Expert*innen zum Grünen Knopf

Perspektiven der Expert*innen zum Grünen Knopf

Silke Düwel Rieth-kreis Der Grüne Knopf ist für Verbraucher*innen eine verlässliche Orientierungshilfe und stellt gleichzeitig sicher, dass Unternehmen Menschenrechts- und Umweltstandards einhalten. Mein Beitrag als Beiratsmitglied wird sich vor allem darauf konzentrieren, die ökologische Sorgfaltspflicht zu stärken und die Kreislaufwirtschaft vermehrt einzubeziehen.

Silke Düwel-Rieth WWF Deutschland

Dr. Sanchita Banerjee Saxena-kreis Der Grüne Knopf hat wesentliche Fortschritte bei der Förderung verbesserter Menschenrechts- und Umweltstandards erzielt. In dieser nächsten Phase möchte ich den Fokus vermehrt auf die gemeinsame Verantwortung von Brands und ihren Lieferanten legen, um so die Arbeitsbedingungen in der gesamten Textillieferkette zu verbessern.

Dr. Sanchita Banerjee Saxena University of California, Berkeley

Johanna von Stechow-kreis In 5 Jahren soll der Grüne Knopf ein internationaler Standard sein, der bei Kund*innen bekannt ist und Vertrauen genießt. Er schafft Transparenz darüber, welche Unternehmen und Produkte nachhaltig sind und über gesetzliche Anforderungen hinausgehen. Immer mehr Marken integrieren ihn, da sie Vorteile für Wirtschaft, Umwelt und Menschenrechte sehen.

Johanna von Stechow Tchibo GmbH

Portrait Foto von Matthijs-standards committee member HREDD bringt Herstellern Vorteile, da es eine ausgewogenere Verteilung von Aufwand, Kosten und Risiken in Bezug auf Arbeits- und Umweltbedingungen in der Lieferkette fördert. Zugleich machen Komplexität und Flexibilität es anfällig für Greenwashing. Um Missbrauch zu vermeiden, braucht es eine breite Branchenanwendung und eine starke Zertifizierung.

Matthijs Crietee Sustainable Terms of Trade Initiative (STTI)

Wie sieht die Arbeit des Beirats aus?

Die Mitglieder des Beirats unterstützen in der Weiterentwicklung des Siegels

  • Der unabhängige Beirat hilft dabei, die Anforderungen des Grünen Knopfs weiterzuentwickeln.
  • In Beiratssitzungen diskutieren die Expert*innen, wie die Schärfung der Kriterien im Grüner Knopf-Standard 3.0 notwendig ist, um Mensch und Umwelt in Textillieferketten noch besser zu schützen.
  • Zu den Aufgaben zählen unter anderem das Kommentieren von Kriterien-Entwürfen und das Vorschlagen von weiteren Expert*innen für die öffentliche Konsultation.
  • Der Beirat macht Vorschläge und wird zusammenfassend seine Empfehlungen zur Gestaltung der Kriterien des Grünen Knopfs 3.0 veröffentlichen.
Beiratssitzung 2025

Stellungnahmen zum Grünen Knopf 3.0

Der Beirat wird eine Stellungnahme zum Grünen Knopf 3.0 veröffentlichen. Nach der Veröffentlichung wird diese hier zum Download bereitgestellt. 

Mitglieder des Beirats

Matthijs Crietee

Sustainable Terms of Trade Initiative

Foto-Matthijs Crietee

Silke Düwel-Rieth

WWF Deutschland

Silke Düwel-Rieth

Dr. Sanchita Banerjee Saxena

University of California, Berkeley

Dr. Sanchita Banerjee Saxena

Johanna von Stechow

Tchibo GmbH

Johanna von Stechow

Michael Windfuhr

Deutsches Institut für Menschenrechte

Michael Windfuhr

Kurzbiografien

Matthijs Crietee

Matthijs (Master-Abschluss in Internationaler Wirtschaft und Wirtschaftsgeographie) hat sich in seiner Karriere ganz auf die Modebranche konzentriert. Als stellvertretender Direktor des niederländischen Modeindustrieverbands MODINT baute er einen wichtigen Teil der Beratungsleistungen von MODINT auf und spezialisierte sich dabei auf Handelspolitik, Beschaffung, Exportförderung und Nachhaltigkeit.

Er kam 2012 zur International Apparel Federation und ist seit 2014 deren Generalsekretär. Die IAF hat sich zu einer wichtigen Kraft in der globalen Bekleidungsindustrie entwickelt und vertritt die Interessen von Verbänden der Bekleidungsindustrie und (großen) Bekleidungsherstellergruppen aus insgesamt über 40 Ländern auf allen Kontinenten. Zusammen mit einer IAF-Mitgliedsorganisation und der Schwesterorganisation der IAF, der ITMF, organisiert Matthijs jedes Jahr die einflussreiche IAF World Fashion Convention, die als wichtiger globaler Treffpunkt und Wissensplattform der Branche dient. Die IAF ist Mitinitiatorin der STTI, einer Zusammenarbeit von 10 Ländern und 13 Verbänden der Bekleidungsindustrie, die gegründet wurde, um die Stimme und das Fachwissen der Hersteller in die wichtige Debatte über die Verbesserung der Einkaufspraktiken einzubringen.

Matthijs liegt die Ausbildung der zukünftigen Führungskräfte der Branche sehr am Herzen, und er unterrichtet und betreut so oft wie möglich Studierende an verschiedenen niederländischen Modemanagementschulen. Mit seiner Leidenschaft für die Möglichkeit, zum Aufbau einer Branche beizutragen, die sich besser um ihre Mitarbeiter*innen kümmert, ist er gerade dem Vorstand von Fair Wear beigetreten.

Silke Düwel-Rieth

Silke Düwel-Rieth leitet den Fachbereich „Wirtschaft & Märkte“ beim WWF Deutschland und hat einen Master-Abschluss in strategischem Nachhaltigkeitsmanagement sowie einen weiteren in Kulturanthropologie. Ihr Schwerpunkt liegt darauf, einen breiteren wirtschaftlichen Kontext zu gestalten, der Anreize für verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln schafft, die Grenzen unseres Planeten respektiert und eine langfristige Stabilität und Widerstandsfähigkeit der Unternehmen sicherstellt. Sie arbeitete unter anderem als Nachhaltigkeitsmanagerin bei Ernst & Young und im Bereich Unternehmenspartnerschaften beim UN Global Compact Network Germany. Ihr Ziel ist es, nachhaltige Geschäftspraktiken in die Tat umzusetzen und Unternehmen dabei zu unterstützen, sich in Richtung einer ressourceneffizienten, nachhaltigen Wirtschaft zu entwickeln. Außerdem setzt sie sich für politische Maßnahmen ein, die nachhaltige Geschäftsmodelle fördern und Unternehmen unterstützen, welche umweltfreundlich und ressourceneffizient arbeiten.  

Dr. Sanchita Banerjee Saxena

Dr. Sanchita Banerjee Saxena ist Sozialwissenschaftlerin und arbeitet an der Schnittstelle zwischen Sozialwissenschaften, Wirtschaft und Menschenrechten. Sie hat einen Doktortitel in Politikwissenschaft von der University of California, Los Angeles, und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in Fragen der Arbeitnehmerrechte in globalen Lieferketten, mit besonderem Schwerpunkt auf der Bekleidungsindustrie in Asien. Sie ist Autorin zahlreicher Bücher, Artikel, Berichte, Kommentare und Forschungsberichte. Dr. Saxena ist eine gefragte Rednerin und Moderatorin und hält regelmäßig weltweit Gastvorträge. Dr. Saxena unterrichtet an der University of California, Berkeley, zu den Themen Wirtschaft, Arbeit und globale Lieferketten.

Derzeit ist sie Fakultätsmitglied am Institut für Arbeits- und Beschäftigungsforschung (IRLE) und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Berkeley Center for Law and Business. Dr. Saxena ist derzeit Senior Advisor bei Article One, einer spezialisierten Strategie- und Managementberatung mit Fachkenntnissen in den Bereichen Menschenrechte, verantwortungsvolle Innovation und Nachhaltigkeit, wo sie Unternehmen zu verantwortungsvollen Lieferketten berät. Darüber hinaus war sie als Beraterin für eine Reihe von Organisationen tätig, darunter die Human Rights Measurement Initiative, die International Human Rights Clinic der Harvard Law School, die Fundacao Getulio Vargas, die GIZ-Initiative für globale Solidarität und die H&M Foundation.

Derzeit ist sie nicht-residente Forschungsstipendiatin am IHRB und Mitglied des Forschungsnetzwerks für nachhaltige globale Lieferketten.

Johanna von Stechow

Johanna von Stechow ist seit 2022 als Director Corporate Responsibility für den Bereich Unternehmensverantwortung bei der Tchibo GmbH verantwortlich. Die studierte Historikerin startete ihre berufliche Laufbahn bei einer Unternehmensberatung. Bei Tchibo leitete sie unter anderem die Abteilung Business Development. Später verantwortete sie als Head of den Bereich Environmental Protection, bevor sie die Leitung des CR Bereiches übernahm. Ihre persönlichen Schwerpunkte liegen auf Menschenrechten und Umweltschutz entlang aller Tchibo Lieferketten und Produkte. Ein wichtiger Fokus ihrer Arbeit liegt dabei auch auf den Themen Nachhaltigkeitscompliance und Circular Economy. 

Johanna von Stechow ist Board Member des Organic Cotton Accelerator (OCA). 

Michael Windfuhr

Seit 2011 ist Herr Michael Windfuhr stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte; seit 2016 Mitglied des UN-Ausschusses für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und seit 2017 Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Menschenrechte der Multi-Stakeholder-Plattform des CSR-Forums der Bundesregierung zur Umsetzung des Themas Wirtschaft und Menschenrechte in Deutschland.  

Er ist zudem Mitglied des unabhängigen Beschwerdemechanismus der Entwicklungsbanken Deutschlands, Frankreichs und der Niederlande (DEG, FMO, Proparco). Zuvor war er Leiter des Teams für Menschenrechte bei Brot für die Welt (2006-2010) und hatte verschiedene Positionen bei FIAN International zwischen 1986 und 2006 inne. 

Michael Windfuhr studierte Politikwissenschaft, Germanistik, Geographie und Philosophie in Heidelberg.