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Pressemitteilungen, Pressematerial und Informationen

Hier finden Sie aktuelle Pressemitteilungen und Termine sowie eine Fotobibliothek und verschiedene Hintergrundinformationen zum Herunterladen. Bei Fragen können Sie uns gerne kontaktieren.

Der Grüner Knopf tritt dem Social & Labor Convergence Program bei


Seit Februar 2026 ist der Grüne Knopf Unterzeichner des Social & Labor Convergence Program (SLCP). Dieser Schritt stärkt unser Engagement für glaubwürdige, vergleichbare Sozialdaten und für konkrete Verbesserungen für Arbeiter*innen in globalen Lieferketten. Mit dem Beitritt reiht sich der Grüne Knopf neben weiteren Standards wie Fair Wear, OEKO-TEX®, Cradle to Cradle und Textile Exchange ein, die die Ziele von SLCP unterstützen und mitgestalten. 
 
Über den Grünen Knopf: Der Grüne Knopf ist das staatliche Siegel der Bundesregierung für nachhaltig hergestellte Textilien. Was es besonders macht: Er ist das erste Siegel, das menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten (HREDD) systematisch überprüft. Dabei wird bewertet, ob Unternehmen Verantwortung für die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards entlang ihrer Lieferketten übernehmen. 
 
Über SLCP: Das Social & Labor Convergence Program (SLCP) ist eine Multi-Stakeholder-Initiative, die sich der Verbesserung von Arbeitsbedingungen in globalen Lieferketten widmet. Anstelle doppelter, ressourcenintensiver Sozialaudits bietet SLCP mit dem Converged Assessment Framework (CAF) ein einheitliches Instrument zur Bewertung sozialer Arbeitsbedingungen. Dieses liefert glaubwürdige und handlungsrelevante Daten auf Fabrikebene und ermöglicht es den Beteiligten, den Fokus von wiederholten Prüfungen auf tatsächliche Verbesserungen für Arbeiter*innen zu legen. 
 
Was die Unterzeichnung für Unternehmen mit Grüner-Knopf-Lizenz bedeutet: 

  • Bessere Datengrundlage für die Sorgfaltspflicht: SLCP-Daten liefern praxisnahe Einblicke aus Produktionsstätten, die Unternehmen für Risikoanalysen (Kernelement 2) sowie für die Planung und Nachverfolgung von Maßnahmen (Kernelement 3) nutzen können. 
  • Reduzierung von Auditfatigue: Das umfassende Datenset von SLCP kann dazu beitragen, doppelte Sozialaudits in Produktionsbetrieben zu verringern. 
  • Einordnung im Kontext der Anerkennung durch den Grünen Knopf: SLCP ist keine Produktzertifzierung und daher kein anerkanntes Siegel im Rahmen des derzeitigen Meta-Siegel-Ansatzes des Grünen Knopfes 2.0 (mehr dazu hier). 

Ausblick: Im Zuge der laufenden Überarbeitung wird der Grüne Knopf 3.0 seinen Meta-Siegel-Ansatz nicht weiterführen und den Fokus noch stärker auf die Sorgfaltspflichten von Unternehmen legen (mehr dazu hier). In diesem zukünftigen Rahmen werden belastbare Sozial- und Arbeitsbewertungen auf Fabrikebene – wie SLCP – als Informationsquellen innerhalb der HREDD-Prozesse weiter an Bedeutung gewinnen. Der Beitritt des Grünen Knopfes zu SLCP ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. 
 
Nächste Schritte: SLCP wird sich in einem Webinar für Unternehmen mit Grünem Knopf vorstellen. Weitere Hinweise zur Nutzung von SLCP-Daten im Rahmen der HREDD-Prozesse werden in Kürze im Leitfaden zur Umsetzung des Grünen Knopfes veröffentlicht. 

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Wichtige Änderung im Rahmen der Revision des Grüner-Knopf-Standards – Fokus auf unternehmerische Sorgfaltspflichten


Der Grüne Knopf befindet sich aktuell in der Weiterentwicklung. In diesem Rahmen wurde entschieden, dass sich der Grüne Knopf 3.0 zukünftig auf die unternehmerischen Sorgfaltspflichten konzentrieren wird. Die bisherige zweite Säule – der Metasiegel-Ansatz – wird nicht fortgeführt. Diese Änderung tritt erst mit Einführung des neuen Standards, ab voraussichtlich Frühjahr 2027 in Kraft. Bis dahin bleibt der Grüne Knopf 2.0 gültig, sodass kurzfristig keine Änderungen entstehen. 

Warum diese Änderung notwendig ist

Neue gesetzliche Regelungen wie die Empowering Consumers Directive (EmpCo) und deren deutsche Umsetzung im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) machen den Wegfall des Metasiegel-Ansatzes erforderlich. Das UWG stellt hohe Anforderungen an die Qualität und Glaubwürdigkeit von Siegeln. 

Beim bisherigen Metasiegel-Ansatz des Grünen Knopfs werden Dritt-Siegel als Nachweis für Produktionsprozesse anerkannt. Allerdings kann der Grüne Knopf die Konformität dieser Siegel mit dem UWG nicht mitprüfen oder absichern. Unternehmen müssen selbst prüfen, ob Dritt-Siegel UWG-konform sind. Um rechtliche Risiken zu vermeiden und die Gesetzeskonformität des Grünen Knopfs sicherzustellen, wird der Metasiegel-Ansatz im Standard 3.0 daher nicht fortgeführt und der Grüne Knopf künftig so gestaltet, dass er unabhängig von anderen Siegeln funktioniert.

Die Anforderungen der geplanten Green Claims Directive, die darauf abzielt, Greenwashing zu verhindern, sind ebenfalls nicht mit dem aktuellen Metasiegel-Ansatz vereinbar. Auch wenn aufgrund der zurzeit ausgesetzten Verhandlungen der Richtlinie aktuell unklar ist, wann die Green Claims Directive eingeführt wird, soll der Grüne Knopf bereits jetzt auf die anstehenden Vorgaben eingehen. 


Zukünftige Rolle von Siegeln im Grünen Knopf 3.0

Kern des Grünen Knopfs waren und sind die unternehmerischen Sorgfaltsprozesse. Der Grüne Knopf war das erste Textilsiegel, was diese eingeführt und in der Praxis aufgezeigt hat, dass diese umsetzbar und prüfbar sind. Der Wegfall des Metasiegel-Ansatzes unterstreicht dieses Alleinstellungsmerkmal und reduziert Komplexität. Gleichzeitig bleibt die Auslobung des Grünen Knopfs direkt am Produkt ein wesentliches Merkmal, um Verbraucher*innen weiterhin Orientierung zu geben.

Gleichzeitig werden Siegel auch ohne den Metasiegel-Ansatz weiterhin eine wichtige Rolle für mehr Nachhaltigkeit in der Lieferkette spielen. Sie bleiben ein wichtiger Baustein für unternehmerische Sorgfaltsprozesse, denn Auditberichte liefern nach wie vor wichtige Informationen für das Risikomanagement. Ohne Metasiegel-Ansatz können Unternehmen hingegen Siegel und robuste Audits gemäß ihres Risikoprofils und anderen Kriterien wählen, so dass Ressourcen effizienter genutzt werden können und ggfs. auch Kosten gespart werden.

Die Konsultation des Grüner-Knopf-Standards 3.0 im Frühjahr und Sommer 2026 wird sich dementsprechend auf die Anforderungen an unternehmerische Sorgfaltsprozesse konzentrieren. 

Wir freuen uns auf Ihr Feedback und Ihr weiteres Engagement in der Grüner-Knopf-Community!

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Übergangsfrist aufgehoben: Anforderungen an den Faser- und Materialeinsatz für Grüner-Knopf-Produkte bleiben freiwillig


Als staatliches und freiwilliges Siegel ist es unser Ziel, aktuelle regulatorische Entwicklungen aufzugreifen, den Grünen Knopf sinnvoll in dieses neue Umfeld einzubetten und so zukunftsfähig zu gestalten. Daher werden die Anforderungen an den Faser- und Materialeinsatz in Grüner-Knopf-Produkten weiterhin freiwillig bleiben. Grund dafür sind weiterhin bestehende Unklarheiten in Bezug auf verschiedene EU-Regularien, wie insbesondere der EU-Ökodesign-Verordnung, deren konkrete Auswirkungen auf die Anforderungen an die Faser- und Materialzusammensetzung von Produkten auf dem europäischen Markt derzeit noch nicht vollständig absehbar sind. Der Grüne Knopf möchte vermeiden, Anforderungen festzulegen, die bald wieder angepasst werden müssten oder nicht im Einklang mit künftigen gesetzlichen Vorgaben stünden. 

Die bislang vorgesehene Übergangsfrist zum 31. Juli 2026 entfällt damit. Die entsprechenden Anforderungen an den Faser- und Materialeinsatz des Grüner-Knopf-Standards 2.0.1 treten nicht in Kraft.

Der Grüne Knopf fordert von Unternehmen im Rahmen seiner Anforderungen an die unternehmerischen Sorgfaltsprozesse nach wie vor die kontinuierliche Steigerung von nachhaltigen Materialien sowie das Beleuchten von Material- und Produktrisiken in der gesamten Lieferkette. 

Bei Fragen oder Unklarheiten stehen wir Ihnen unter info@gruener-knopf.de gerne zur Verfügung. 

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Blauer Engel, Green Shape, FSC® und PEFC als Siegel gemäß Grünem Knopf 2.0 anerkannt


Vier weitere Siegel haben den Benchmarking-Prozess erfolgreich durchlaufen und stehen damit als anerkannte Siegel für die Anforderungen an Produktionsprozesse (Meta-Siegelansatz) unter dem Grünen Knopf 2.0 fest. 

Zukünftig können die folgenden Siegel als Nachweise eingesetzt werden:

  • Blauer Engel: Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz von Regeneratfasern sowie pflanzlicher, tierischer und Chemiefasern
  • Green Shape: In den Bereichen Nassprozesse und Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz pflanzlicher und tierischer Fasern und Chemiefasern
  • Forest Stewardship Council® (FSC®): Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz von Regeneratfasern
  • Programme for the Endorsement of Forest Certification – PEFC (Programm für die Anerkennung von Waldzertifizierungssystemen): Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz von Regeneratfasern

Diese neu bewerteten Siegel ergänzen die bereits veröffentlichten anerkannten Siegel:

  • bluesign®PRODUCT: Im Bereich Nassprozesse und im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz von virgin Polyester und Daunen
  • Cotton Made in Africa (CmiA): Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz pflanzlicher Fasern
  • Cradle to Cradle Certified®: Im Bereich Nassprozesse
  • Fairtrade Baumwolle: Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz von pflanzlichen Fasern
  • Fairtrade Textile Production: In den Bereichen Konfektion und Nassprozesse
  • Fair Wear Foundation: Im Bereich Konfektion
  • Global Organic Textile Standard (GOTS): In den Bereichen Konfektion und Nassprozesse sowie im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz pflanzlicher und tierischer Fasern und für den Einsatz von chemischen Fasern bei einem Gewichtsanteil größer als 10 % und kleiner als 30 %
  • Global Recycled Standard (GRS): Im Bereich Nassprozesse in Kombination mit Oeko-Tex Standard 100 und im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz von rezyklierten Chemie- und Pflanzenfasern
  • Naturtextil IVN zertifiziert BEST: Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz von pflanzlichen und tierischen Fasern
  • OEKO-TEX® MADE IN GREEN: In den Bereichen Konfektion und Nassprozesse sowie im Bereich Faser- und Materialeinsatz je nach zugrundeliegendem Zertifikat für den Einsatz von virgin Polyester (für Produktklasse 1-3) oder dem Einsatz von Bio-Baumwolle (Unterbereich 5)
  • OEKO-TEX® STANDARD 100: Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Nachweis von virgin Polyester (für Produktklasse 1-3) und den Nachweis von Recycling-Anteilen (Unterbereich 3 und 7)
  • OEKO-TEX® STANDARD 100 „organic“: Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Nachweis von Bio-Baumwolle (Unterbereich 5)
  • OEKO-TEX® ORGANIC COTTON: Für den Nachweis von Bio-Baumwolle (Unterbereich 5)
  • Organic Content Standard (OCS): Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz von pflanzlichen und tierischen Fasern sowie Regeneratfasern
  • Recycled Claim Standard (RCS): Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz von rezyklierten Regenerat- und Pflanzenfasern
  • Responsible Down Standard (RDS): Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz von Daunen
  • Responsible Mohair Standard (RMS): Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz tierischer Fasern
  • Responsible Wool Standard (RWS): Im Bereich Faser- und Materialeinsatz für den Einsatz tierischer Fasern
  • SA8000: Im Bereich Konfektion

 

Hier finden Sie die Übersicht aller bisher für den Grünen Knopf anerkannten Siegel für die Lieferkettenstufen Konfektion und Nassprozesse sowie für den Faser- und Materialeinsatz. Die Liste wird fortlaufend weiter ergänzt und aktualisiert. Außerdem sind in diesem Dokument alle für den Grünen Knopf 2.0 zugelassenen Fasern und Materialien aufgelistet, kombiniert mit den jeweils anerkannten Siegeln.

Um die Grüner-Knopf-Anforderungen an Produktionsprozesse zu erfüllen und Produkte kennzeichnen zu können, müssen Unternehmen anerkannte Siegel für die Bereiche Nassprozesse und Konfektion nachweisen. Zusätzlich können sie für den Bereich Faser- und Materialeinsatz durch anerkannte Siegel nachhaltige Rohstoffgewinnung nachweisen. Zuvor müssen Unternehmen innerhalb eines Grüner-Knopf-Audits die Erfüllung der Anforderungen an die unternehmerischen Sorgfaltsprozesse belegen.

Die Anerkennung der genannten Siegel ist das Ergebnis eines Anerkennungsprozesses, der in diesem Informationsblatt sowie im Grüner-Knopf-Standard 2.0: Prozess und Anforderungen für die Anerkennung von Siegeln dargelegt ist. Bei den neu anerkannten Siegeln wurde vor ihrer Anerkennung geprüft, ob sie die inhaltlichen Anforderungen des Grünen Knopfs zur Anerkennung von Siegeln sowie die Zulassungsvoraussetzungen, zu denen auch Anforderungen an ihre Glaubwürdigkeit gehören, erfüllen. Die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ausgesprochene Anerkennung der Siegel gilt bis zur nächsten Revision des Grünen Knopfs. Sollte das Siegel selbst Änderungen durchlaufen, ist gemäß des Grüner-Knopf-Standards zu überprüfen, ob die Anerkennung in einem neuen Benchmarking eruiert werden muss.

 

Dokumente zum Download:

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Quartals-Treffen der Grüner-Knopf-Zertifizierungsstellen

Einmal im Quartal kommen die Prüfer*innen des Grünen Knopfs und die Geschäftsstelle zusammen. Im Fokus dieses regelmäßigen Austauschs steht die Förderung des gleichen Verständnisses des Grüner-Knopf-Standard und seines Zertifizierungsprogramms. Interpretationen von Grüner-Knopf-Indikatoren und Erkenntnisse aus Prüfungsbegleitungen werden geteilt und Informationen vergemeinschaftet. 

Grüner-Knopf-Zertifizierungsstellen und ihr Personal erhalten die Einladung per Mail.

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Grüner Knopf Summit 2025: Startschuss für die Weiterentwicklung des staatlichen Textilsiegels

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“It’s not just a conference, it’s a community”. 

Diese Worte und ein Tag voller inspirierender Panels, wertvollen Impulsen und bereichernden Diskussionen prägten den Grüner Knopf Summit 2025 am 2. Dezember 2025. 

Vor über 100 Vertreter*innen aus der Textilindustrie, Produktionsländern, Zivilgesellschaft und Wissenschaft eröffnete die Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan den Summit in Berlin und gab damit offiziell den Auftakt zur Weiterentwicklung des Grünen Knopfs. Ziel ist es, den Grünen Knopf noch wirkungsvoller, internationaler und zukunftsfähiger in der textilen Landschaft zu verankern. „Der Grüne Knopf soll auch künftig das verlässliche Zeichen für nachhaltige Textilien bleiben.“, betonte die Ministerin und unterstrich damit das starke Committment des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit zu nachhaltigen Textillieferketten. 

Panel: Die Rolle von verantwortungsvollen Geschäftspraktiken für Lieferketten

Dieses Commitment prägte auch die erste Podiumsdiskussion. Gemeinsam mit der parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Bärbel Kofler diskutierten Allan Lerberg Jørgensen (Leiter des Zentrums für verantwortungsvolle Geschäftspraktiken bei der OECD, Archana Kotecha (Gründerin beim Remedy Project und ReAct Asia) und Mathias Diestelmann (Geschäftsführer bei Brands Fashion) über die zentrale Frage: Wie tragen verantwortungsvolle Geschäftspraktiken – und damit auch Siegel wie der Grüne Knopf – zu stabilen und zukunftsfähigen globalen Lieferketten bei?

Es war eine sehr belebte, vielschichtige Diskussion und trotz der unterschiedlichen Stakeholdergruppen und Interessen, waren sich alle Panelist*innen einig: 

  • Sorgfaltspflichten zu Menschenrechten und Umweltschutz sind zentrale Bausteine für nachhaltige Textillieferketten. Wer unternehmerische Verantwortung nur als Compliance begreift, gefährdet seine Reputation und geht finanzielle und rechtliche Risiken ein.
  • Verantwortungsvolles Handeln ist kein „nice to have“ und sollte auch nicht an Regulatorik gebunden sein. 
Green Button Summit_Panel_1

 

Stimmen aus dem Panel 

Dr. Bärbel Kofler: “It's more than the topic of due diligence. It's an issue of how we as people living in a democracy are addressing challenges. Are we going to fall back in our patterns where we are not willing to look on the root causes of challenges or are we trying to address challenges in a positive way?” 

Archana Kotecha: “We cannot allow ourselves to be guided only by profitability when real people are facing real risks. As we are speaking, Asia is still recovering from severe floods that have affected entire countries, communities, and industries. Whether we like it or not, these are harsh realities — and they require responsible action, not endless debate. We must not get caught up in the question of whether responsibility is profitable, when vulnerability and climate impacts are already shaping lives and livelihoods.”

Allan Lerberg Jørgensen: “Due diligence is a two-way street. It’s not just about me pushing requirements onto you – I also need to make sure that my business model is aligned with what I’m asking for. Initiatives like the Green Button play a crucial role in translating international due diligence standards into practice.”

Mathias Diestelmann: “Because as a human being we have one gift and this is talking to each other and hopefully also understanding each other. […] I am not saying that we can solve every problem, that for sure not, but we can at least listen and then take this into our considerations of how we can amend it.”

Der neue Beirat: Expertise für die Zukunft des Standards

Ein weiteres Highlight und ein zentraler Impulsgeber in der Weiterentwicklung des Grünen Knopfs bildete die Vorstellung des neuen unabhängigen, internationalen Beirats. Unter der Leitung des neuen Vorsitzes Michael Windfuhr (Deutsches Institut für Menschenrechte) werden Johanna von Stechow (Tchibo), Matthijs Crietee (Sustainable Terms for Trade Initiative), Dr. Sanchita Saxena (UC Berkeley, Silke Düwel-Rieth (WWF Deutschland) als Beirat das BMZ als Siegelgeber während der Revision fachlich beraten. 

Der Beirat vereint Expertise aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Menschenrechte und Umweltschutz – ein echter Mehrwert für die Weiterentwicklung des Standards.

 

Green Button Summit_Standards Committee_2


Stimmen aus dem Beirat:

Johanna von Stechow: “The first advantage of implementing the Green Button was having the internal knowledge about due diligence and also the responsibility about due diligence was extended from our corporate responsibility department to other departments and that still until today helps me with my daily work.” 

Dr. Sanchita Saxena: “I think we've often been guilty of a one-size-fits-all solution. That's not reality. There's a wealth of information in communities throughout the Global South. They are actually the closest to what is happening. So, if we actually tap into their expertise, their knowledge, we'd be surprised at the kinds of solutions that can actually emerge from those conversations.”

Azizullah Goheer (stellvertretend für Matthijs Crietee): “There should be a win-win situation and shared responsibility — not only for the risks, but also for the rewards — so that we can create a better environment and enable further investment on both sides.”

Silke Düwel-Rieth: “It’s important that there is the connection between the environmental due diligence and the human rights due diligence because having a nature where people can also live in and where life feels good is also very strongly connected.” 

Michael Windfuhr: “The revision of the Green Button Standard was and is a learning process which hopefully has increased a lot in the sector.”

Ein Blick in die Revision

In ihrem fachlichen Input gaben Abteilungsleiterin Dr. Ariane Hildebrandt und Referatsleiterin Lucia de Carlo, erste Einblicke in die kommenden Schwerpunkte der Weiterentwicklung: 

  • Stärkere Einbindung von Umwelt- und Klimaschutzthemen (insbesondere Kreislaufwirtschaft)
  • Ausrichtung an internationalen Rahmenwerken und Richtlinien, wie z.B. OECD Guidance for responsible business conduct, EU-Gesetzgebung und ISEAL Code of Good Practice
  • Internationalisierung des Grünen Knopfs durch stärkere Zusammenarbeit mit internationalen Unternehmen und Produktionsländern
  • Mehr Wirkung, Vereinfachung und Praxisnähe für Unternehmen durch einen schlanken und übersichtlichen Standard für eine effizientere und wirkungsvolle Umsetzung 
Green Button Summit_Kick off and Q&A Revision

 

Wie geht es weiter?

Mit dem Summit beginnt nun offiziell der Revisionsprozess und im nächsten Jahr die öffentliche Konsultationsphase. Unternehmen, Produzenten, Arbeiter*innen, Verbraucher*innen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sind eingeladen, ihre Wünsche und Interessen einzubringen. Die Revision soll Ende 2026 abgeschlossen werden.
Die Veröffentlichung des neuen Grüner-Knopf-Standards ist für 2027 geplant.

Weitere Informationen:
 https://gruener-knopf.de/weiterentwicklung
 https://gruener-knopf.de/beirat

Fotos ©Julia Merkel

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Grüner Knopf und Fair Wear bündeln Kräfte: Strategische Partnerschaft für mehr Wirkung und Skalierbarkeit von unternehmerischen Sorgfaltspflichten in der Textilindustrie

Fair Wear x Grüner Knopf

Die neue Partnerschaft verfolgt das Ziel, durch die Angleichung von Standards und die Bündelung gemeinsamer Expertise verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln praxisnäher, effektiver und wirkungsvoller zu gestalten.  

 

Amsterdam/Berlin, 11. September 2025  

Fair Wear, eine internationale Multi-Stakeholder-Initiative, und der Grüne Knopf, das staatliche Textilsiegel der Bundesregierung, haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um eine strategische Partnerschaft für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln in der globalen Textil- und Bekleidungsindustrie aufzubauen.  

Die Zusammenarbeit verfolgt das Ziel, unternehmerische Sorgfaltspflichten für Menschenrechte und Umwelt (HREDD) wirkungsvoll zu skalieren – durch die Angleichung von Ansätzen und die Bündelung der Expertise von zwei der glaubwürdigsten Initiativen im Sektor. Gemeinsam wollen beide Initiativen mehr Unternehmen dabei unterstützen, aus Verpflichtungen konkrete Maßnahmen abzuleiten – zum Vorteil von Arbeiter*innen, der Umwelt und resilienten Lieferketten. 

Gemeinsam mehr erreichen 

Die Textil- und Bekleidungsindustrie bleibt ein Hochrisikosektor für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden. Beschäftigte in Produktionsländern sind nach wie vor unsicheren Arbeitsbedingungen und geringen Löhnen ausgesetzt, während Ökosysteme durch nicht nachhaltige Praktiken bedroht sind. Mit steigenden kommerziellen und gesetzlichen Anforderungen an europäische Unternehmen wächst der Bedarf an harmonisierten, praxisnahen und skalierbaren Ansätzen. Die neue Partnerschaft wird Unternehmen und Hersteller dabei unterstützen, praktische Herausforderungen besser zu bewältigen und dort Wirkung zu entfalten, wo sie am dringendsten gebraucht wird.  

Der Grüne Knopf und Fair Wear werden in drei zentralen Bereichen zusammenarbeiten, um HREDD-Bemühungen zu beschleunigen:  

  • Harmonisierung von Standards: Verringerung der Komplexität für Unternehmen durch eine stärkere Angleichung der OECD-basierten Anforderungen beider Organisationen – bei gleichzeitig hohem Anspruch und klarer Wirkung.
  • Gemeinsame Tools und Unterstützung von Unternehmen: Entwicklung und Austausch von Best Practices und erprobten Methoden, die Unternehmen eine schrittweise Umsetzung von HREDD erleichtern. 
  • Glaubwürdigkeit und Transparenz in der Verantwortung: Stärkere Bewertung, Prüfung und Kommunikation, wie unternehmerische Sorgfaltspflichten zu tatsächlichen Verbesserungen führen – für Stakeholder ebenso wie für Verbraucher*innen.  

Was das konkret bedeutet 
Die strategische Partnerschaft zwischen Fair Wear und dem Grünen Knopf bringt von Beginn an konkrete Vorteile: Unternehmen mit dem Grünen Knopf erhalten nun Zugang zum Beschwerdemechanismus von Fair Wear sowie zur Due Diligence Academy. Gleichzeitig arbeiten beide Organisationen an der Weiterentwicklung des Grünen Knopfs (Standardrevision) und treiben gemeinsame Ansätze im Bereich umweltbezogener Sorgfaltspflichten voran – auch zum Vorteil der Fair-Wear-Mitglieder.  

„Der Textilsektor steht an einem entscheidenden Punkt: Mit verpflichtenden, aber noch in der Ausgestaltung befindlichen Sorgfaltspflichtengesetzen benötigen Unternehmen gerade jetzt verlässliche und praxisnahe Orientierung. Durch diese Partnerschaft profitieren Unternehmen von klareren Erwartungen, gebündelten Ressourcen und gezielter Unterstützung bei der Umsetzung von HREDD“, sagt [Christine Moser-Priewich, Grüner Knopf].  

„Unsere Zusammenarbeit soll Sorgfaltspflichten praktikabel und für mehr Unternehmen zugänglich machen. Durch die Angleichung mit dem Grünen Knopf eröffnen wir Unternehmen klarere Wege, um verantwortungsvolles Handeln in ihre Geschäftstätigkeit zu integrieren. Dies stärkt Resilienz, reduziert Risiken und treibt Verbesserungen für Arbeiter*innen entlang globaler Lieferketten voran“, ergänzt [Annabel Meurs, Fair Wear].  

Über den Grünen Knopf 

Der Grüne Knopf ist das staatliche Siegel für nachhaltige Textilien, das im September 2019 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eingeführt wurde. Ziel ist es, Arbeits- und Produktionsbedingungen zu verbessern, indem systematisch geprüft wird, ob Unternehmen menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflichten in ihren textilen Lieferketten erfüllen.  

 

Über Fair Wear 

Fair Wear stärkt die Rechte von Arbeiter*innen in globalen Lieferketten, indem wir Menschenrechte in unternehmerischem Handeln verankern. Mit über 25 Jahren Erfahrung, mehr als 100 Mitgliedsmarken, lokalen Stakeholder-Netzwerken und einem pragmatischen Ansatz entwickeln wir gemeinsam skalierbare, auf Arbeiter*innen ausgerichtete Lösungen, die verantwortungsvolles Geschäft sowohl praktikabel als auch wirkungsvoll machen.

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Grüner Knopf 2.0 Webinar für interessierte Unternehmen


Sie interessieren sich dafür, wie auch Sie Ihr verantwortungsvolles Handeln zertifizieren lassen können? Sie möchten Ihre Nachhaltigkeit am Textilprodukt kennzeichnen?
In unserem kostenlosen und unverbindlichen Webinar möchten wir Ihnen einen Überblick geben, wie der Grüne-Knopf-Standard die Anforderungen an die nachhaltige Herstellung von Produkten mit Anforderungen an unternehmerische Sorgfaltsprozesse kombiniert. Neugierig? 

Wann: Donnerstag, 18.12.2025  | 11 - 11:45 Uhr (CET)
Wo: Online (Microsoft Teams)

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Grüner Knopf Summit 2025


Im Namen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) laden wir Sie herzlich zum Grüner Knopf Summit ein. Bundesministerin Reem Alabali Radovan wird gemeinsam mit Allan Jorgensen (Leiter des Zentrums für verantwortungsvolle Geschäftspraktiken der OECD), Archana Kotecha (Gründerin des Remedy Project und ReAct Asia) sowie Grüner-Knopf-lizenzierten Unternehmen und Vertreter*innen aus Produktionsländern diskutieren. Im Zentrum steht die Frage, wie der Grüne Knopf auch in Zukunft einen nachhaltigen Wandel in textilen Lieferketten prägen kann.

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Datum: Dienstag, der 02. Dezember 2025, 9:30-14:30 Uhr
Ort: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 
Stresemannstraße 94, 10963 Berlin 

*Bitte beachten Sie, dass es sich um eine Präsenzveranstaltung ohne Live-Stream handelt. Die Anmeldung erfolgt fortlaufend und nach dem Prinzip first come, first served. Die Veranstaltung wird auf Englisch stattfinden (mit deutscher Simultanübersetzung).

Wichtige Informationen: Der Einlass zur Veranstaltung ist nur mit gültigem Lichtbildausweis möglich. Der Einlass beginnt um 8 Uhr. Vor Ort besteht keine Möglichkeit der Gepäckaufbewahrung.

Kontakt: Bei Fragen melden Sie sich gern bei uns unter: info@gruener-knopf.de

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